Für existenzielle Chancengleichheit – weil wir es uns wert sind!

Der Status Quo
Unser Recht auf Arbeit wird von der Marktwirtschaft ad absurdum geführt und vom Staat zur Bürgerpflicht erklärt. Zum einen müssen wir so tun, als hätten wir unbegrenzte Ressourcen, auch wenn wir wissen, dass wir nur eine Welt haben. Zum andern wird uns suggeriert es hätte nicht genug für alle, weil wir das Geld mit der Welt verwechseln sollen. Wir fürchten uns vor Massnahmen, die unsere Ressourcen schonen, weil wir um unserer Arbeitsplätze bangen statt um unseren Planeten. Uns ängstigt der Gedanke, dass Maschinen zahlreiche unserer Aufgaben effizienter erledigen können weil wir um unsere Arbeitsplätze bangen statt um unsere Lebenszeit. Wir leiden unter dem Zwang, Leistungen auf Kosten von Ressourcen und Mitmenschen zu erbringen um uns unsere eigene Existenz überhaupt leisten zu können, um uns das Recht auf Leben förmlich Tag für Tag zu erkaufen. Würde sich das alles in der Steinzeit abspielen, wäre das mehr als nachvollziehbar; aber wir haben mittlerweile die Mittel und Technologien  um uns vor der natürlichen Auslese zu einem grossen Teil zu schützen.

Chancengleichheit
Dass Chancengleichheit ein rein humanistisches Konzept ist beweisen die vielen Kranken und Invaliden die von Natur aus um das Recht auf gleiche Chancen betrogen werden. Statt aber hier Chancengleichheit herzustellen verkam unser Sozialstaat zum Handlanger eines Kapitalismus, der die Solidarität der Gesellschaft ausnutzt indem er sich weigert, genügend Arbeitsplätze und angemessene Löhne anzubieten: nicht weil er „böse“ ist, sondern weil die Möglichkeit dazu besteht zu profitieren und weil der Kapitalismus opportunistisch agiert. Statt sich aber darüber aufzuregen, dass sich Aktionäre und CEOs durch das Abschieben ihrer Pflichten auf den Sozialstaat fürstlich an unserer Solidarität bedienen, wollen wir lieber „Sozialhilfe-Profiteure“ jagen und an den Pranger stellen. Aus Angst, dass die Solidarität unserer Gesellschaft ausgenutzt wird, wurde die Unschuldsvermutung abgeschafft und eine Bürokratische Maschinerie erschaffen, deren Kosten für die Gesellschaft aufgrund ihrer weitreichenden Auswirkungen auf Justiz und Wirtschaft gar nicht ermittelt sondern höchstens erahnt werden können und Kranke Menschen zu einem Leben am Existenzminimum verdonnert. Die Chancengleichheit ist ein Friedensgarant, der willentlich und unter Aufwand konzipiert, eingeführt und erhalten werden muss; das heutige Konzept ist äusserst ressourcenerschöpfend und läuft auf Symptombekämpfung hinaus, statt Chancengleichheit zu schaffen.

Das Recht, zu sein
Wenn die Menschen vor der Angst, sich sich selbst nicht leisten zu können, befreit werden und sich nicht wie selbstsüchtige Opportunisten gebärden müssen, wird mit der Ellbogenmentalität gebrochen. Weil das Leben der Menschen nicht mehr vom täglichen Kampf „ums Überleben“ geprägt wäre, bliebe in den Köpfen Platz um über die eigene Generation hinauszudenken, nachhaltig zu agieren und fundierte Entscheidungen zu treffen, den Kindern die Zeit zu widmen die sie verdienen und sich zu bilden. Wichtig ist, dass wir uns dazu bereit erklären, grundsätzlich jedem Mitmenschen das Recht auf seine Existenz einzugestehen und solidarisch zu gewährleisten.

Umdenken
Erst kürzlich veröffentlichte die Economie-Suisse ihre „Studie“ zum bedingungslosen Grundeinkommen mit dem Resultat, dass das Geld dafür nicht reichen würde. Dabei wurde komplett unterschlagen, dass die öffentlich finanzierten Kantons- und Bundesgerichte gut einen Viertel ihrer Arbeit einsparen könnten, wenn die BürgerInnen nicht mehr ihr Recht auf ein Mindesteinkommen vor Gericht erstreiten müssen. Das wahre Resultat der Economie-Studie lautet also: und es geht doch!

Im 19. Jahrhundert startete die industrielle Revolution.
Im 20. Jahrhundert folgte die digitale Revolution.

Das 21. Jahrhundert soll die Zeit der humanen Revolution werden.

Hilf mit beim Unterschriftensammeln!
http://bedingungslos.ch/

2 Gedanken zu “Für existenzielle Chancengleichheit – weil wir es uns wert sind!

  1. Die Idee zum Bedingungslosen Grundeinkommen finde ich schon sehr gut, dennoch glaube ich, dass es aktuell garnicht umsetzbar wäre. Dafür müsste sich grundlegend doch noch einiges mehr tun. Dennoch, viele Menschen würde wieder an Lebensqualität gewinnen, allein aus diesem Grund sollte man das Thema nicht einfach beiseite schieben.

    • Eine festgelegte negative Einkommenssteuer fände ich auch eine schöne Lösung, zum Beispiel für Personen mit weniger als 60 0000 CHF Einkommen pro Jahr, um wenigstens die Armutsgrenze einem Wohlfartsstaat entsprechend nach oben zu korrigieren.

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