Zur Abschaffung der Schweizer Armee

Zucht und Ordnung, seriöse junge Männer die stolz ihren Dienst fürs Vaterland leisten: so stellt man sich das Schweizer Heer vor. Mann lernt Brüderlichkeit, Zusammenhalt, wie man Feuerwaffen bedient, wie man das Bett richtig macht, ja sogar Disziplin! Mann hat eine Aufgabe, eine “Mission”; aber thematisiert wird die Tatsache, dass im Ernstfall Menschen getötet werden sollen, lieber nicht. Mann lernt die Schweiz kennen, unsere Errungenschaften der Gesellschaft, wie etwa überflüssige Armee-Bauten, in denen mit etwas Glück sogar verloren geglaubte Panzer auftauchen.

Rund fünf Milliarden Schweizer Franken gibt die Schweiz jedes Jahr für das VBS aus. Geld, das man sehr viel besser ausgeben kann, so dass alle was davon haben: günstigere Studiengebühren, Mobillitäts-Subventionen, ein bedingungsloses Grundeinkommen etc. Die Armee ist ein teures Beschäftigungsprogramm, welches mit seiner Ungleichbehandlung der Geschlechter und dem Fehlen eines echten Zweckes weder zeitgemäss noch verhältnismässig ist. Denn wie bereits Max Frisch sagte: „Die Schweizer Armee ist kriegerisch nicht geprüft worden, deshalb eignet sie sich zur Legende.“

Das Informationszeitalter deckt viele Unfälle und Missstände der Schweizer Armee auf, welche früher unter den Teppich gekehrt wurden: Unfälle, Suizide und Bedrohung anderer mit der Dienstwaffe, sind nur die Spitze des Eisbergs. Zahlreiche Diebstähle von Waffen und Munition innerhalb der Armee sind an der Tagesordnung. Verletzte gibt es immer wieder, teils mit lebenslangen Beschwerden. Es sind Fälle bekannt geworden, in denen die Armee solche Unfälle vertuschte und die Geschädigten nicht unterstützte. Braucht es dieses „friendly fire“ wirklich?

Das Drillen von Menschen auf das Töten von anderen Menschen ist ethisch nicht vertretbar. Es handelt sich schlicht um organisierte Gewalt. Für die innere Sicherheit der Schweiz ist und bleibt der Polizeiapparat zuständig. Die Schweiz muss ihre Neutralität heute nicht mehr mit dem Militär bewahren, insbesondere weil wir das gar nicht könnten. Rund um die Schweiz ist EU Zone, mit welchen es wichtige Bilaterale gibt. Keiner der EU Staaten würde die Schweiz angreifen, oder es zulassen. Japan und Costa Rica leben beispielsweise seit Jahren sehr gut ohne eine Armee, ohne unter einer militarisierten Polizei zu leiden.

Wer den Frieden will, soll sich auf den Frieden vorbereiten und nicht auf den Krieg

Am 22. September 2013 wird das Schweizer Volk über die Initiative der GsoA abstimmen. Wir dürfen gespannt sein, ob die Angst gegenüber dem Wunsch nach Frieden, Sicherheit und Gleichberechtigung überwiegt.

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