Morgenpost denunziert Chaos Computer Club

Neulich kommt beim CCC eine Presseanfrage rein, aus heiterem Himmel. Ich fasse sie mal wie folgt zusammen:

Der CCC macht ja für den BND die Schmutzarbeit, wenn es um Computer geht. Was nehmt ihr denn da so für einen Stundensatz?

Nun, wer die Geschichte des CCC kennt, weiß, dass wir für den Umgang mit Geheimdiensten klare Regeln haben. Wenn jemand uns anspricht oder jemanden anzuwerben versucht, dann wird das sofort im gesamten Club kommuniziert und mit Namen und allen verfügbaren Daten zu der jeweiligen Person dokumentiert, auch öffentlich. Es ist völlig undenkbar für den CCC, mit Nachrichtendiensten zusammenzuarbeiten, gleich in welcher Kapazität oder Form. Wenn dann so eine Anfrage reinkommt, dann sieht das für mich so aus, als ob der CCC hier in Mißkredit gebracht werden soll, vielleicht weil sie unseren Kampf gegen Internetzensur und Abhörschnittstellen nicht inhaltlich gewinnen können.

Und jetzt erscheint in der Springer-Presse dieser groteske Agitprop-Artikel, den ihr euch mal in Ruhe geben solltet. Der Tenor ist, dass unsere Geheimdienste nicht gut genug sind (und daher mehr Mittel und weniger Aufsicht und Kontrolle brauchen). Es gibt genau einen, der an dieser Nachricht Interesse haben könnte: den BND. Niemand sonst hat einen Vorteil davon, denen noch mehr Mißbrauchspotential in die Hand zu drücken. Und was steht da für eine groteske Lüge in dem Artikel? Seht selbst:

Heute soll Pullach nicht einmal in der Lage sein, sich in moderne Computer zu hacken. Entsprechende Aufträge würden deshalb an externe Spezialisten wie den Chaos Computer Club (CCC) vergeben. Dieser dementiert das allerdings und spricht von Gerüchten.Wir sprechen nicht von Gerüchten, sondern von aktiver Desinformation, um unseren guten Namen zu beschmutzen.

Na gut, könnte man jetzt sagen, Springer-Presse, die kennt man ja eh eher für Bratwurstjournalismus und Agitprop als für Recherchen oder Erkenntnisgewinn. Könnte man abhaken. Aber guckt euch mal die Namen der Autoren an. Jetzt nehmen wir mal den zweiten davon, und googeln ein bisschen, und finden hier einen Artikel über einen „Journalisten“ Uwe Müller, der für den BND gearbeitet hat. Oh und vorher? Da war er bei der Stasi. Ist das der selbe Uwe Müller? Das könnt ihr euch ja selber überlegen. Mich persönlich würde es überraschen, wenn nicht. Und da passt dann bei der Springerpresse mal wieder alles perfekt zusammen.

Ich habe den Eindruck, dass wir die Dienste schon viel zu groß haben werden lassen. Die glauben gerade, sie haben Oberwasser, und können sich eine Offensive gegen den CCC leisten. Nun, natürlich ist mir Presse-Agitprop lieber als wenn sie da Leute verunfallen lassen, aber das sollten wir ihnen nicht durchgehen lassen. Es ist an der Zeit, diese ganze Geheimdienstmischpoke komplett aus unserem Land rauszuekeln. Wir brauchen keinen Geheimdienst. Der hat eh keine Erfolge vorzuweisen und kostet nur Geld.

Oh und Herr Müller: wenn das ein anderer Herr Müller ist, der für die Stasi und den BND gearbeitet hat, dann wissen Sie ja jetzt, wie das ist, wenn einem jemand öffentlich Kooperation mit Geheimdiensten unterstellt.

Dank sei Fefes Blog

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