Weshalb ich das Unverständnis der Katholiken nicht verstehe (zum Fall des Pfarrer Stupf)

Liebe Katholiken, liebe Gläubige

Einmal mehr zeigt ihr eure Entrüstung hinsichtlich eines, wie ihr vielleicht denkt, Ausrutschers eines Kirchenoberen, der halt auch nur ein Mensch und somit zuweilen abkommen kann vom christlichen Pfad. Ein Einzelfall? Ähnlich trug es sich bereits im Falle der Arbeitsverweigerung der katholischen Kirche bei der Töffsegnung auf dem Simplon zu oder kürzlich erst als Äusserungen eines gewissen Herrn Huonder auf euer Unverständnis trafen. Wahrlich, derlei Ereignisse gab es schon Unzählige.

Jedoch, ich sage euch, all diese Sperenzchen sind keine Fehltritte der jeweiligen Protagonisten, denn gerade die euren Unmut aufgrund solcher Aktionen auf sich ziehen, sind es, welche die Regeln der Kirche in besonderem Mass respektieren und leben. Will heissen, so agiert die wahre Kirche in der heutigen Zeit. Dergleichen Vorfälle lassen uns ihr wahres Gesicht schauen. Wer diese Regeln kennt, denjenigen erstaunt ein derartiger Entscheid (Fall Stupf) in keinster Weise, im Gegenteil, er erkennt in ihm die Logik der konsequenten Anwendung der heiligen Regeln. Insofern ist also solch ein Gebaren als völlig nachvollziehbar anzusehen; es wäre aus der Sicht des Systems „katholische Kirche“ geradezu absurd, wäre hier in anderer Weise verfahren worden. Von aussen wird die Torheit möglicherweise enttarnt, aber das tut nichts zur Sache, solange die heiligen Regeln gelten.

Oft sind es wohl gerade diejenigen, welche die Kirche sonst stützen und verteidigen, die jetzt aufbegehren und meinen auf sie würde gehört. Eine Prise „blinden“ Glaubens gepaart mit nahezu umfassender Unwissenheit über die Bibel, den Katechismus oder das Kanonische Recht reichen da allem Anschein nach schon aus. Ob eurem Unverständnis schüttel‘ ich mein Haupt, wissend, dass es immer so weitergehen wird, solange ihr gewissermassen mit eurem Unwissen und Verhalten wider die Trennung von Staat und Religion zu grossen Teilen zur Legitimation solcher Taten beitragt.

Würden sich Gläubige für eine saubere Trennung von Staat und Kirchen einsetzen und würden die Kirchen dadurch von ihnen getragen und nicht durch allgemeine Steuermittel und andere Zuwendungen des Staates, könnten die Kirchenoberen ihre Macht eines guten Tages nicht mehr missbrauchen und die Kirchenbasis würde mehr und mehr Einfluss gewinnen. So könnte die Kirche meines Erachtens menschlicher gestaltet und gleichzeitig auch vor dem Aussterben bewahrt werden.

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