Internet ist Krieg: Big Brother und Big Business suchen den „Undo“-Button

Inspiriert von einem Beitrag auf Phaidras Blog habe ich zum Zeitvertreib und aus Freude an der Sinnfreiheit eine Liste aller „Enden des Internets“ zusammengestellt (Linkliste „Enden des Internets“ folgt).

Ich bin dann zufällig auf einige verfasste Artikel von John Walker gestossen, welche sich mit dem tatsächlichen Ende des Internets auseinandersetzen. Es lohnt sich wirklich, die teils recht langen Texte durchzulesen ( Link zum Heise-Special). Der Autor, Mitbegründer von Autodesk Inc., Programmierlegende und früher Internetbegeisterter, lebt nach dem Rückzug aus dem Unternehmen in der Schweiz. Unter anderem ist er der Verfasser der „Hackerdiet“ (zu finden unter http://www.fourmilab.ch/hackdiet/) und unterhält die Seite http://www.fourmilab.ch/ (auf jeden Fall einen Besuch wert!).

John Walker beschreibt in dem besagten Heise-Artikel das Ende des Internets, so wie wir es kennen. Er beschreibt dieses Ende folgendermassen: diverse Konzerne (hauptsächlich jene, die durch das Internet finanzielle Einbussen erfahren) und die Regierung zielen mit der Durchsetzung diverser gesetzlicher Richtlinien darauf ab, ihr Informations- und Kontrollmonopol zurückzuerlangen.

Dies wird zur Folge haben, dass die alte Rollenverteilung (Regierung hat die absolute Kontrolle über die Aktivitäten des Volkes, diverse Konzerne (seien es Plattenfirmen, Software-Anbieter oder Informationsvermittler) sichern sich wieder ihr Monopol, da sie nicht mehr mit dem Volk selber in Konkurrenz stehen) wieder hergestellt wird, womit eines klar ist: das Internet, als freie öffentliche Plattform, wird es so nicht mehr geben.

Der somit beschriebene „Kampf um eine Vormachtsstellung im Internet“ ist – wie dem geneigten Leser sicher bereits aufgefallen ist – längst keine Science Fiction, sondern ein laufender Prozess in dem wir uns bereits befinden. Aber was wäre das denn für ein Kampf, wenn da nicht auch noch die Guten wären? Denn auch die Online-User formieren sich zu Interessengruppen ( http://www.ccc.de/, http://www.datenschutzverein.de/, http://www.ffii.org/, http://www.foebud.org/, http://www.ifross.de/, http://www.isocgva.ch/, http://www.rettet-das-internet.de um nur einige aufzuzählen), welche das Recht des Volkes auf freie Information und freie Meinung – welches erstmals durch das Internet über die nötige Infrastruktur verfügt – verteidigen.

Also: es herrscht Krieg!

Auf der Einen Seite: Regierung und Konzerne, auf der Anderen Seite: die User, das Volk. Aufgrund eifriger Coder und Hacker ist es den Usern immer wieder gelungen, die Rechte des Volkes auszuweiten (durch Open Source Lösungen wie Linux, Tauschbörsen, Informationsnetzwerke u. ä.). Die sogenannten „PC-Freaks“ oder „Geeks“ bilden somit unsere Streitkräfte an der Front (http://www.craigslist.org/about/best/sfo/66795671.html ).
Hinter ihnen stehen etliche Internetuser (beispielsweise hier http://rettet-das-internet.de/liste.phtml ), und versuchen, die breite Masse für diese Problematik zu sensilibiseren.

Der Ausgang dieses Krieges lässt sich natürlich nicht vorhersehen, aber ich hoffe dass die Internetgemeinde zusammenhält und sich weiterhin für ein freies Internet einsetzt, denn letzten Endes ist die Zensur das Armutszeugnis derer, die nicht mit der Realität umgehen können oder wollen.

Einer unserer Kämpfer an der Front hat mir seine Vorstellung vom Ende des Internets verraten:

„Wer mit einer 56KB-schnellen Internetverbindung online ist, ist das Ende des Internets!“

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