Das Henkersmahl – ein Nachgeschmack

Liebe Sinnfrei-Leserinnen und Leser

Das Henkersmahl liegt nunmehr etwas über einen Tag zurück, und ich präsentiere euch hiermit den Nachgeschmack (dem natürlich ein Vorgeschmack vorausgegangen ist).

Aber ich muss es gleich zu Beginn betonen: es ist mir leider nicht möglich, euch einen echten Nachgeschmack zu bieten, insofern ihr am gestrigen Abend nicht am Henkersmahl teilgenommen habt. Für alle anderen gleicht dieser Report dann wohl – anders ausgedrückt – eher Resten zwischen den Zähnen.

Nun denn, mit leichter Verspätung bin ich gegen 16 Uhr in Naters bei der Kirche eingetroffen. Sem.sa hat mich mit einem Becher Met zugleich willkommen geheissen (was mir natürlich nicht wenig gefallen hat)

Um nicht ins Detail abzuschweifen; nach einem steilen und kühlen Aufstieg erreichten wir dann das Haus von Sascha aka Elendil, Hauptinitiator des Henkersmahls, Organisator, OK-Präsident. Er hiess dort die ersten Teilnehmer mit Warmem Wein und Met willkommen.

Gemäss zuverlässiger Quelle waren 78 Personen angemeldet, von denen der Grossteil aus der – um dem Running Gag genüge zu tun – „Ausserschweiz“ stammte. Für mich persönlich wirkte es so, als würden sich Alte Bekannte treffen. Und Tatsache: dies war nicht selten der Fall, da viele der Teilnehmer auch Gäste des schweizweit bekannten Mittelerdefestes in Leuk waren.

Viele haben sich fürs Henkersmahl getreu der Verfilmung eingekleidet, was eine erstaunliche Wirkung erzeugte, denn dadurch wurden die Werke Tolkiens auf eine subtile Weise fassbar. Aber wer nicht verkleidet kam, wurde dennoch nicht verächtlich behandelt.

Während dem Apéro konnten wir den von Sascha eigens konstruierte und gebauten Späherturm mit DuchgangsTor in Augenschein zu nehmen. Er hatte 3 Monate lang nebst seiner üblichen Arbeit daran gearbeitet und wurde gerade noch rechtzeitig vor dem Henkersmahl – und unter Mithilfe von Freunden – mit dem Bau fertig.

Um 17 Uhr durften wir zwei Feuerspucker bewundern, welche – salopp gesagt – mit dem Feuer gespielt haben. Da die Sonne zu dieser Zeit bereits untergegangen war, war es besonders eindrücklich und – zumindest in den vorderen Reihen – äusserst wärmend.

Da ich persönlich einen „grossen“ Respekt gegenüber Feuer empfinde, war es besonders eindrücklich, und spannend. Aber ich habe dennoch beim anschliessenden Fackelumzug darauf verzichtet, eine eigene Fackel zu tragen.-

Angetrieben von Saschas Trompetenkünsten führte der Fackelumzug von der Linde zum Beinhaus Naters und von dort aus zum Saal zur Linde. Bei jeder Station machten wir einen kurzen Halt und Sascha gab ortskundige Auskunft über diese historischen Plätze von Naters.

Insgesamt blieben 8 Stühle unbesetzt, was im Klartext bedeutet, dass exakt 69 Personen am Henkersmahl anwesend waren. Darunter befand sich auch DJ Odin, welchem ich gegenüber sitzen durfte. Er verlas im Anschluss an die Ansprache von Sascha die Speisekarte. Der Saal war mit Efeu, Kerzen und Bildern geschmückt.

Zu Beginn gab es „Blätter von allerley Köpfen“, welcher mir ehrlich gesagt äusserst geschmeckt hat. Nach diesem Gang folgte ein kurzes Referat über Tolkien, mit konkretem Fokus darauf, inwiefern er reale Begebenheiten in seine Geschichten hat einfliessen lassen.

Es folgte eine – wirklich wirklich – enorm köstliche Spinatsuppe in Brötchen und im Anschluss daran durften wir einen Schaukampf miterleben, welcher eigens für das Henkersmahl einstudiert wurde. Es kam dabei zu ein paar amüsanten Schlänkern, welche aber mit gekonnter Improvisation aufgefangen wurden.

Es folgte als Hauptgang Trutenbrust auf Gemüse mit Nudeln, und eine Vegetarische Variante. Im Anschluss daran wurden unter Anleitung von Anne mittelalterliche Tänze ausprobiert. Es war lustig, aber grossteils dennoch sehr verwirrend.

Vor dem Dessert durften wir noch eine Gesangseinlage von einer der Damen hören. Sie hatte sich dazu zu Beginn des Abends angeboten und alle waren sich einig, dass dies das Programm lediglich bereichern könne. Nach einem Dessert – bestehend aus gebratenen Äpfeln an Vanillesauce – machten wir uns auf den Weg nach Brig.

Da ich zu dieser Zeit bereits längst damit aufgehört hatte, auf die Uhr zu sehen, kann ich nur vage vermuten, dass wir irgendwann in der Nähe um Mitternacht beim Kino eingetroffen sind.

Nach dem Mahl hatten sich viele Teilnehmende verabschiedet, doch ein unerschütterlicher Kern blieb bestehen und wartete begeistert im eigens zu diesem Zweck reservierten Kinosaal des Kino Capitol.

Sem.sa und ich verfolgten den letzten Teil der Herr der Ringe in der letzten Reihe eingekuschelt, um 2 Uhr bekamen wir aber langsam Stalldrang und begaben uns wieder nach Naters, wo wir dann – das Hallen der Hörner immer noch in den Ohren hörend – müde einschliefen.

Wie ihr seht, habe ich mich nicht geirrt, als ich beim Vorgeschmack auf eine reich gedeckte Tafel gehofft habe, denn der gestrige Abend war wirklich ein Bankett, ein Festschmaus der Eindrücke.

Es war nicht alleine die Quantität, welche mich beeindruckte, sondern auch die vielzahl unterschiedlicher Elemente, die diesen Abend geprägt haben: es war einerseits die Verbundenheit aller, welche Tolkiens Werke faszinierten, aber es gab auch kleine amüsante Elemente, welche dem Abend die persönliche Würze verliehen.- die Gewissheit, dass das Mittelerdefest in Leuk drei Jahre in Folge nicht stattfinden würde, gab dem Mahl eine herbe Note, welche aber mit der Ungetrübten Freude für den Moment und die Sicht nach vorne vortrefflich ausbalanciert wurde!

Ich kann nur sagen: es war wirklich ein gelungenes Mahl! Ich hoffe dass die Organisatoren auch nächstes Jahr wieder die Strapazen auf sich nehmen werden, um dieses Treffen zu veranstalten. Ich möchte dem gesamten Organisationkomitee herzlich für ihr Engagement danken!

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