Die „Kampfhunde“ Diskussion

Nun ist es raus, der Kanton Genf hat die Anschaffung SOGENANNTER Kampfhunde ebenfalls verboten… Was soll ich – als Hundehalterin – dazu noch sagen? Gott ist das peinlich…

Diese Entscheidung zeugt von der Unwissenheit der Massen, welche sich von den reisserischen Artikeln billiger Boulevard-Blätter zu einem vollkommen idiotischen Urteil haben verleiten lassen und sich – entgegen allen demokratischen Massstäben – nicht die Bohne darüber Gedanken gemacht haben, dass das Problem nicht die Hunderasse sondern die Halter sind….

Es ist einfach nur peinlich… Und das Schlimmste an der Sache: Dadurch dass man diese Scheinlösung kreiert, welche nicht im Geringsten etwas daran ändern wird, dass es Halter geben wird, welche ihre Hunde misshandeln und aufgrund fehlender Reife oder dem Bedürfnis phallischer Bestätigung weiterhin Hunde erziehen werden, welche Unfälle bauen, wird das Ganze letzten Endes in der Frage münden, ob Hunde überhaupt noch zugelassen werden können.

Und dies wird – liebe Mithundehalter – schlicht und ergreifend zu weiteren Sanktionen führen welche vom – allem Anschein nach STRUNZDUMMEN Volk – selbstverständlich angenommen werden (man will ja keine weiteren Kinderleichen vom Spielplatz kratzen, was ich auch verstehen kann).

Die ganze politische Stossrichtung ist kompletter Schwachsinn und führt lediglich dazu, das Hunde nur noch als „Nutzwerkzeug“ „verwendet“ werden dürfen (zum Schafe hüten, Jagen, Drogen zu finden und Blinde zu führen) und aus dem Familienbild komplett gestrichen werden (weil ja die „Gefahr“ so „unglaublich“ gross ist).

Ich krieg mich kaum ein Leute! Also und falls das hier jemand lesen sollte der tatsächlich die Meinung vertritt, das Verhalten eines Hundes hänge von seiner Rasse ab, dem sei hier deutlich gesagt:

Das Wesen eines Hundes und sein soziales Verhalten wird (mit Ausnahme von Tollwut, aber da beissen auch Menschen!) durch ERZIEHUNG und NICHT durch GENETIK definiert. Mal abgesehen davon dass statistisch genau so viele Beissunfälle mit anderen „lieben“ Hunderassen auftreten wie mit „bösen“ Kampfhunden (was allein Beweis genug dafür ist, dass die ganze These mit den Kampfhunden absolut aus der Luft gegriffen ist!)… Und wer’s nicht glaubt: Artikel mit Statistik

Etliche Forscher teilen die Meinung, dass schlecht sozialisierte oder gar in ihrer Jugend misshandelte Hunde, die nicht lernen konnten, dass eigene Zurückhaltung auch den gegnerischen Hund (oder Mensch!) zur Zurückhaltung beim Schmerzzufügen veranlasst, hinsichtlich ihrer Aggressivität unberechenbar gemacht werden können. > das Augenmerk liegt hier auf die Formulierung „gemacht werden“ (eindeutig passiv, was ganz klar aussagt, dass der Hundehalter dafür verantwortlich ist).

Ich bin mir sicher dass dieses Abstimmungsergebnis auch das Resultat von Personen ist, welche irgendwann mal von einem Hund gebissen worden sind. Aber liebe Leute: werft es nicht den Hunden vor! Wer als Kind vom Bus angefahren worden ist rennt doch auch nicht bei jeder Bushaltestelle wild fuchtelnd und schreiend davon!

Erstaunlicherweise begreifen nämlich die Opfer von Verkehrsunfällen, dass entweder technisches oder menschliches Versagen zum Zwischenfall geführt haben, während die Opfer von Beissunfällen dem Hund eine Verantwortung zuschreiben, welche nicht im geringsten begründet ist; und dies führt dann zu einer allgemeinen Angst vor Hunden; obschon man sich eigentlich vor dem Hundehalter fürchten müsste; einem Menschen, welcher seine Sorgfaltspflicht nicht wahrgenommen hat.

Und um das klarzustellen: ich setze damit den Hund nicht mit dem Auto gleich, denn ein gesunder und mit Liebe erzogener Hund ist um einiges zuverlässiger als eine Maschine und ist umso mehr im Stande zu differenzierter Wahrnehmung; was man von einem Auto nicht gerade behaupten kann…

Aber nun zurück zum Thema: Liebe Ja-Sager: schämt euch dafür, das demokratische Wahlrecht mit eurer Faulheit, Ignoranz und Arroganz in den Dreck gezogen zu haben!

Vielerorts höre ich auch folgenden Eiwand gegen sogenannte Kampfhunderassen: Solche Hunde können nunmal erheblich mehr Schaden zufügen aufgrund ihrer Beisskraft als „normale Hunde“. Dies – meine lieben Leser – ist meiner Ansicht nach ein Irrglaube der von Statistischen Spitzenzahlen angefacht wird, denn: die MAXIMALE Beisskraft kann vielleicht 1 Tonne sein bei einem Pitbull, aber: sowohl bei Kämpfen als auch bei konkreten Angriffen wird niemals soviel Kraft umgesetzt (weil das ja auch gar nicht nötig ist).- Der Schaden ist nicht abhängig von der Beisskraft des Hundes; wenn ein Hund sich wirklich wehren will oder eine konkrete Verletzung beifügen will, dann tun es auch die Beisserchen eines Golden Retrievers.

In erster Linie entscheidet ohnehin die Beissstelle über den Schaden. Ein Biss ins Gesicht ist mit Sicherheit verheerender als einer in den Waden. – Aber wie gesagt: wer bei einem Pitbull die Beisskraft nicht konkret fördert, wird sowieso niemals die Spitze von 1 Tonne erreichen. – es ist alles eine Sache der Erziehung.

Wer Beissunfälle wirklich vermeiden will, der sollte nicht beim Tier anfangen, sondern bei sich selbst:

1. Alter des Unfallopfers: Primärer Ansatzpunkt der Unfallprävention
mittels Informationsvermittlung müssen Kinder im Kindergarten-
und Grundschulalter sein. Ist Einsicht in eine diesbezügliche
Belehrung noch nicht verlässlich möglich (Kleinkinder),
dürfen Kinder und Hunde nicht unbeaufsichtigt zusammen gelassen
werden.

2. Bekanntheitsverhältnis des Unfallopfers zum Hund: Da die
meisten Beißunfälle zu Hause oder im Haus des Nachbarn stattfinden,
müssen Präventionsmaßnahmen derart gestaltet sein,
dass sie zu Hause angewendet werden können. Leinen- und
Maulkorbpflicht als häufig geforderte Mittel sind also keine effizienten
Maßnahmen und täuschen eine Scheinsicherheit vor.

3. Unfallauslösende Provokation: Da Hundebeißunfälle sehr
häufig – absichtlich oder unabsichtlich – provoziert werden, ist
eine Beratung und Schulung des potenziellen Unfallopfers von
entscheidender Bedeutung. Anzustreben ist das Wissen, dass
Lebewesen keine Spielzeuge sind und gewisse Regeln im Zusammenleben
mit Hunden respektiert werden müssen. Aber
auch bei Eltern zeigt sich ein oft erschreckendes Ausmaß an Unwissen
über hundliches Verhalten, sodass sowohl Kinder wie
auch ihre Eltern als Primärzielgruppe für Informationsvermittlung
zu gelten haben.

Meine Fresse bin ich sauer….

Und um das klar zu stellen: ich bin längst nicht NUR sauer auf die Personen, welche tatsächlich so leichtgläubig waren und für das Kampfhundeverbot abgestimmt haben, ich bin MINDESTENS genau so sauer auf Leute, welche ihre Hunde abrichten.

Sei es nun zum „Schutz“ oder einfach bloss weil es „cool“ ist: es ist in beiden Fällen eine Manipulation, welche den Hund zu einem Instrument MENSCHLICHER MACHT macht. Woher um Himmels willen soll denn ein Hund wissen dass Beissen falsch ist wenn sein Herrchen ihn dafür belohnt???? Es ist zum Kotzen…

Wer einen Hund zum Schutz braucht, sollte sich entweder fragen ob er sich bei seinen Mitmenschen nicht besser stellen sollte (Buzzword: Diplomatie) oder über die Anschaffung von Pfefferspray oder dem Besuch eines Selbstverteidigungskurses nachdenken; das gilt meiner Ansicht nach auch für Polizisten.

Der Hund ist KEIN Werkzeug, er ist ein LEBEWESEN.Und vor allem: er ist durchaus fähig dazu zu lernen, dass Beissen falsch ist. Das beweisen millionen von Haushunden jeden Tag aufs Neue.

Meiner Ansicht nach gibt es nur eine faire Lösung um dieses Problem ein für alle mal aus der Welt zu schaffen: man muss die Hunde vor falscher Erziehung schützen. Und dies kann nur über eine gezielte und kontrollierte Erziehung geschehen, welche in Form eines obligatorischen Hundeführerausweises bewerkstelligt werden kann, denn nicht der Hund muss Verantwortung übernehmen (schliesslich werden ja schnelle Autos auch nicht aus dem Verkehr genommen!) für den Menschen, sondern Herrchen und Frauchen müssen sich ihres Einflusses und ihrer Aufgabe bewusst sein und diese auch gewissenhaft wahrnehmen…

Kampfhundeverbot… das ich nicht lache!

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