Atheisten-Steuer : Dümmer als „Gott“ erlaubt!

Als ich gerade frischfröhlich 20minuten nach für mich relevanten Infos abgesucht habe, stiess ich auf einen Artikel in welchem der Vorstoss der JCVP eine Atheisten-Steuer einzuführen beschrieben wird. Ich dachte mich tritt ein Pferd…

Für Nicht-Gläubige

Junge CVP fordert Atheistensteuer

Wer aus der Kirche austritt, soll dafür einer gemeinnützigen Organisation Geld spenden müssen, fordert die JCVP. Bei den anderen Parteien stösst die Idee auf Ablehnung.

«Es kann nicht sein, dass jemand aus der Kirche austritt, nur um Steuern zu sparen», ärgert sich JCVP-Präsident Simon Oberbeck. Deshalb will seine Partei einen Vorstoss einreichen, der vorsieht, dass alle, die aus der Kirche austreten, eine Atheistensteuer zahlen sollen. Konkret: Bezahlt jemand keine Kirchensteuer, soll er aus einer Liste eine gemeinnützige Organisation oder eine Glaubensgemeinschaft auswählen, der er einen Beitrag in gleicher ­Höhe wie die Kirchensteuer zukommen lässt. «So engagieren sich alle für die Gesellschaft», meint Oberbeck. Rückendeckung erhält er von CVP-Präsident Christophe Darbellay: «Der Vorstoss respektiert die Glaubensfreiheit und schafft gleichzeitig Gleich­berechtigung zwischen den Steuerzahlern.»

Mit wenig Unterstützung scheint die JCVP dafür im Parlament rechnen zu können. So enerviert sich etwa FDP-Nationalrätin Doris ­Fiala: «Es kann nicht sein, dass auf die Religionsfreiheit noch Steuern erhoben werden.» Ähnlich tönt es bei der SVP: «Jeder Einzelne soll selbstständig wählen können, wo er zahlen möchte», so Ulrich Giezendanner. Juso-Präsident Cédric Wermuth ergänzt: «Die Kirchensteuer wird nicht einzig für soziales Engagement verwendet – viel geht auch an den Unterhalt der Kirche.»

Also jetzt hat es den JCVP endgültig ins Hirn geschissen.  Nur weil die Katholiken allmählich mit leeren Kirchen konfrontiert sind und immer mehr „Gläubige“ aus der Kirche austreten sollen jetzt alle mit einer „Pseudosozialsteuer“ bestraft werden um den finanziellen Anreiz des Kirchenaustritts auszubremsen?

Sind die irre? Also um meine Überlegungen zu verdeutlichen: Eine Religion die Geld benötigt um zu existieren ist höchst fragwürdig, da es eine GLAUBENSSACHE ist, und korrigiert mich wenn ich mich irre: sowas passiert im Kopf, nicht an der Kasse (ausser wir beten mittlerweile die Werbung an). Dies allem voran.

Dass die katholische Kirche mit vergoldeten Altären, teuren Gewändern und reich verzierten Fenstern aufwartet zeugt lediglich von der Dekadenz dieses Vereins, der Dienst am Mitmenschen predigt und selber nicht im Geringsten tut was ihm möglich wäre.  Wenn immer mehr Katholiken nicht bereit dazu sind, diese Zurschaustellung von Reichtum zu finanzieren, dann ist das ihr gutes Recht und ebenfalls bibeltreu.

Sicher wollen wir all jenen, die noch voll oldscool-katholisch sind ihre schönen Kirchen nicht wegnehmen, aber dann sollen sie diese gefälligst selber bezahlen. Aber nur um zu verhindern dass immer mehr Katholiken aus der Kirche austreten pauschal eine neue Steuer zu schaffen, das finde ich gelinde gesagt denkbehindert.

Statt dessen sollte endlich die Säkularisierung zu einem würdigen Ende gebracht werden:

  1. Religion aus der Politik verbannen
  2. keine Stigmatisierung und kein Indoktrieren des Kindes durch Sakramente
  3. die Freiheit, sich wann und wo man will selber für den (Un)Glauben, den man nunmal (nicht) glaubt entscheiden zu dürfen – ob es dann mit finanziellen Auslagen verbunden ist oder nicht, bleibt jedem selber überlassen

Wenn jemand zum Anbeten seines Gottes oder Ungottes eben keine Tempel braucht, dann braucht er halt keinen. Wenn die Katholiken damit ein Problem haben dass andere Gesinnungen billiger sind, dann sollten sie vielleicht endlich an ihrem Preis arbeiten.

Die JCVP will einfach nicht begreifen, dass der Einfluss, die Macht und vor allem das gute Image der katholischen Kirche langsam aber sicher dahin sind und versucht jetzt die letzten Schafe in den Stall zu bringen. Wahrscheinlich fühlen sich die jungen Christen in den Bänken einsam in diesen riesigen pompösen Bauten…

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2 Gedanken zu “Atheisten-Steuer : Dümmer als „Gott“ erlaubt!

  1. Sehr geehrter Herr Oberbeck, sehr geehrter Herr Darbellay

    offenbar fordert die JCVP eine „Atheistensteuer“ als Ersatz für die Kirchensteuer.

    Dazu gilt es folgendes zu bedenken:
    – In den meisten Kantonen bezahlen Unternehmen Kirchensteuern – unabhängig von der Weltanschauung der Inhaber und der Mitarbeiter.
    – Die theologischen Fakultäten werden von der Öffentlichkeit finanziert, obwohl sie ideologisch-apologetisch forschen.
    Im Kanton Bern werden die Pfarrerslöhne vollumfänglich aus den Gemeinde- und Kantonssteuern finanziert.
    – Kirchensteuern werden zu einem grossen Teil für Löhne, Kultuszwecke, Mission, Unterhalt etc. verwendet.
    – Was die Kirchen an Karitativem leisten, ist nicht gemeinnützig, sondern christennützig. Echte Gemeinnützigkeit wäre glaubens-, religions- und konfessionsneutral.

    Sobald wir Atheisten und Agnostiker das Christentum nicht mehr unfreiwillig alimentieren müssen, kann eine gemeinnützige Steuer diskutiert werden – aber keinen Tag vorher!

    PS: eine online-Umfrage unter den Lesern von „20 Minuten“ ergab, dass 84% der 4296 Teilnehmer Ihre Idee ablehnen

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  2. das ist ja wohl die dümmste idee die ich je gehört habe!!!
    wenn man in der kirche ist zahlt man kirchensteuern damit man die dienste der kirch nutzen kann, und wenn man austritt soll man steuern zahlen obwohl man gar keine dienste in anspruch nimmt?
    ja das macht sinn liebe jcvp…

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