Hachiko Exit : eine Hundelegende aus Japan

Falls ihr zufällig mal an der Shibuya Haltestelle in Tokio landen solltet, werdet ihr auf eine Hundestatue treffen, die nicht von ungefähr kommt. Es folgt nun eine kleine Anekdote aus dem Land der aufgehenden Sonne.

Der Universitätsprofessor Hidesaburō Ueno fand den vierbeinigen Freund eines Tages und nahm ihn mit nach Tokio. Zusammen gingen sie oft zum Bahnhof und schon bald kannte der Akita-Hund den Weg und verinnerlichte die Zeiten. Schon bald konnte man die Uhr nach ihm stellen. Selbst dann noch, als der Professor stirbt. Seine Witwe zieht aus Tokio weg. Ihre Zuneigung zu dem Tier hielt sich Rahmen. Deshalb übergibt sie ihn kurzerhand Verwandten. Doch auch das ändert nichts an seinem sehnlichen Wunsch, eines Tages wieder mit seinem alten Herrchen heimzukehren. Und so läuft er Tag für Tag kilometerweit durch das Strassengewirr, rennt durch Gärten und überspringt Zäune.

Als er das nicht mehr kann, übernimmt Kikuzaburo Kobayashi, der frühere Gärtner des Professors, der in der Nähe des Bahnhofs wohnte, Hachikos Pflege. Und selbst da trottet der Hund wann immer möglich noch zum Gleis. Hachiko stirbt im Alter von zwölf Jahren. Fast auf den Tag genau zehn Jahre nach seinem Herrchen. Seine Geschichte machte den treuen Weggefährten bereits zu Lebzeiten berühmt. So sehr, dass ein Jahr vor seinem Tod eine Bronzestatue am Bahnhof von Shibuya errichtet wurde. Das ist nun 60 Jahre her.

Noch immer steht sie am Westeingang der Station, genau dort, wo der Hund so viele Stunden wartete und der seitdem nur noch «Hachiko Exit» heisst. Heute ist die Tokioter Hachiko-Statue der wichtigste Treffpunkt für Verabredungen am Bahnhof Shibuya und einer der bekanntesten Treffpunkte von ganz Japan. Und jedes Kind in Japan kennt die Geschichte. Es gibt Bücher, Comics, sogar Videospiele. Und bald auch einen Kinofilm. Am 12. November kommt die Geschichte mit Richard Gere als Professor in die Kinos. Titel: «Hachiko – eine wunderbare Freundschaft» Richard Gere als Japaner?  Ob Hollywood wirklich eine wahre Geschichte ruinieren muss?

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