Absolutes „Killerspiel“-Verbot? Geht’s noch???

Der Bundesrat wird beauftragt, dem Parlament eine gesetzliche Grundlage vorzulegen, die es erlaubt, die Herstellung, das Anpreisen, die Einfuhr, den Verkauf und die Weitergabe von Spielprogrammen zu verbieten, in denen grausame Gewalttätigkeiten gegen Menschen und menschenähnliche Wesen zum Spielerfolg beitragen.

so der Text aus der Geschäftsdatenbank des Parlamentes… Ich glaube ich spinne…

Viele medienbewanderte Individuen und Organisationen machen ihrer Empörung Luft, natürlich mal mehr und mal weniger eloquent.
Um das Rad nicht neu zu erfinden möchte mich mich auf einige dieser Äusserungen berufen, so ist auf arslibertatis.com folgende saubere Aufstellung zu finden:

1. Meinungs-, Kunst- und Kulturfreiheit gebietet es, “Killerspiele” genauso wenig zu verbieten wie Kriminalromane oder Horrorfilme.

2. Ein “Killerspiele”-Verbot wäre ganz eindeutig Zensur und Bevormundung der Bürger.

3. Dass mediale / virtuelle Gewalt für die Konsumenten schädlich sei, resp. zu mehr Gewalt führe (z.B. School Shootings oder andere Amokläufe), ist nicht wissenschaftlich belegt oder bewiesen, sondern eine Behauptung, die von Politikern aufgestellt wurde, von denen wohl die meisten nie einen Ego-Shooter oder irgendein anderes Videospiel gespielt haben.

4. Ein Verbot von “Killerspielen” führt nicht zu deren Verschwinden, sondern zu einem Schwarzmarkt. Verbotene Videogames würden dann immer noch ver- und gekauft. Under the counter z.B. oder bei einer Ferienreise ins Ausland oder übers Netz beschafft. Dazu sind schon derart viele “Killerspiele” im Umlauf und in Wohnzimmern, dass es ein Land voller Spitzel bräuchte, um diese loszuwerden.

5. Wenn das Spielen von “Killergames” eine Ersatzhandlung zu realer Gewalt darstellt, dann hätte das Verschwinden derartiger Spiele blutige Konsequenzen.

6. Gehörten dann Antikriegsfilme nicht auch verboten?

7. Eine Tageszeitung, will sie denn mehr als nur zwei Sätze über Kriege und andere Verbrechen drucken, kann schwerlich auf Gewaltdarstellungen verzichten. Ob in Wort oder Bild. Dazu zeigt jeder Fernsehsender in den Nachrichten gerne Videos aus Kriegsregionen und anderen Kampfzonen.

8. Zensur stellt selber eine Gewaltmanifestation dar.

Auch die PiratenPartei der Schweiz bezieht in einem Communiqué klar Stellung gegen dieses Verbot!

Die Diskussion rund um sogenannte „Killerspiele“ (was der „Kampfhund“ seinem Halter ist wohl das „Killerspiel“ nun dem Gamer) wird rege auf politnetz.ch geführt. Nebst ein paar hinterwäldlerischen und von Polemik geprägten Äusserungen scheint sich die Diskussionsgruppe dort „weitgehend“ einig: das kann’s jetzt echt nicht sein!

Ich denke es ist kein Zufall, dass Medienbewanderte nichts von diesem Verbot halten und das auf einer Online Plattform diskutieren während die Befürworter wahrscheinlich nicht einmal wissen, wie diese Plattform zu benutzen ist. Wir dürfen uns nicht von Unwissenheit regieren lassen, und erst recht müssen wir uns Zensur nicht gefallen lassen!

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2 Gedanken zu “Absolutes „Killerspiel“-Verbot? Geht’s noch???

  1. Ich habe auch davon gelesen (http://www.familienleben.ch/blog/verkauf-von-killerspielen-soll-verboten-werden). Davon darf man sich sicher nicht weniger Jugendgewalt erhoffen. Die Gewaltbereiten sind es nicht wegen den Spielen, die sind das aus anderen Gründen. Die ganze Diskussion ist doch ein Witz, das ist reine Pseudo-Symptombekämpfung anstatt sinnvolle Ursachenforschung zu betreiben. Meiner Meinung nach liegt es am Zerfall der Familien, weil die Jungen dadurch weniger Rückhalt zu Hause finden und sich die Identität auf der Strasse erkämpfen müssen. Aber die Politiker brauchen wieder einmal ein Prestigethema mit dem sie behaupten können sie hätten etwas gegen die Jugendgewalt unternommen.

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