Wie der Vatikan mit den Missbrauchsfällen umgeht.

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Anfänglich suhlte man sich ja in Selbstmitleid, bekundete Mitgefühl und gebot Besserung. Ein halbes Jahr nach dem grossen Spektakel um die zahlreichen Missbrauchsfälle durch Geistliche der katholischen Kriche, scheint der Papst es aber langsam leid zu sein, den lieben Papa vorzugaukeln. Man möchte sich wieder dem „Kerngeschäft“ widmen, etwa dem überteuerten Verkauf von vatikanischen Euro, dem Feiern des Glaubens mit Ministranten. Da nerven diese ganzen Klagen und Medienberichte einfach langsam…

  • Zwei Bischöfe aus Irland wollten wegen Pädophilie-Verwicklungen zurücktreten, und der Erzbischof hat ihre Amtsniederlegung angenommen. Der Papst hat den Erzbischof überstimmt und nimmt die bleiben im Amt:

Im Zuge der Aufarbeitung des Missbrauchskandals in der katholischen Kirche in Irland hat der Vatikan die Rücktrittsgesuche zweier Bischöfe abgelehnt. Die Weihbischöfe Eamonn Walsh und Raymond Field bleiben im Amt, wenngleich mit „veränderten Zuständigkeiten“, teilte der Erzbischof von Dublin, Diarmuid Martin, mit. Details wurden nicht bekannt. Walsh und Field war die Vertuschung von Missbrauchsfällen vorgeworfen worden. Im Dezember 2009 hatten sie ihren Rücktritt angeboten, weil sie sich von Erzbischof Martin nicht ausreichend unterstützt gefühlt hatten.

In einem Hirtenbrief im März hatte Papst Benedikt XVI. der katholischen Kirche in Irland „schwere Fehler“ im Umgang mit dem Skandal vorgeworfen. Katholische Würdenträger hatten dort jahrzehntelang Vergewaltigungen und Misshandlungen von Minderjährigen vertuscht. Insgesamt ist von 14.500 Opfern die Rede. Der Skandal war im November 2009 durch einen im Auftrag der Regierung erstellten Untersuchungsbericht ins Rollen gekommen. Ein Geistlicher gab demnach etwa zu, mehr als hundert Kinder missbraucht zu haben. Ein weiterer habe Vergewaltigungen im Zwei-Wochen-Rhythmus über 25 Jahre gestanden.

  • US-Bischöfe, die in Missbrauchsklagen verwickelt sind, werden nicht als Vatikan-Angestellte angesehen

Vatikanstadt-Washington (kath.net/KAP)
Vatikansprecher Federico Lombardi hat sich zufrieden über die Rücknahme einer Klage S-amerikanischer Missbrauchsopfer gegen Papst Benedikt XVI. und weitere führende Kurienvertreter geäußert. Der Heilige Stuhl habe diese Nachricht „mit Zufriedenheit“ zur Kenntnis genommen, sagte Lombardi am Dienstag vor Journalisten in Rom.

Im US-Bundesstaat Kentucky hatten zuvor drei Männer ihre im Jahr 2004 gegen den Heiligen Stuhl eingereichte Klage wegen Vertuschung von sexuellem Missbrauch zurückgezogen. Zuletzt waren die Kläger mit dem Versuch gescheitert, nachzuweisen, dass die US-amerikanischen Bischöfe als „Angestellte des Vatikan“ betrachtet werden könnten und dieser somit eine Mitverantwortung für Missbrauchsfälle in den USA trage. Zudem hatten sie ebenfalls erfolglos versucht, eine Aussage des Papstes vor Gericht zu erwirken.
Es sei „positiv“, wenn sich eine Anklage, die zu großer Kritik des Heiligen Stuhls in der Öffentlichkeit geführt habe, am Ende als unbegründet erweise, sagte Lombardi. Zugleich hob der Vatikansprecher hervor, dass dies nichts an der entschiedenen Verurteilung sexuellen Missbrauchs durch die Kirche ändere. Man dürfe „den Horror, den Opfer von sexuellem Missbrauch erlebt hätten, in keiner Weise kleinreden“. Gerechtigkeit für die Opfer und der Schutz der Minderjährigen hätten für die Kirche weiterhin oberste Priorität, so Lombardi.
Zwei weitere Klagen von Missbrauchsopfern gegen den Vatikan sind gegenwärtig in den US-Bundesstaaten Wisconsin und Oregon anhängig.
Copyright 2010 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich

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