Zum Glücklichsein entscheiden?

Tilda Swinton hält Glück für „immer verfügbar“

München — Glück ist nach Ansicht der Schauspielerin Tilda Swinton eine Entscheidung. „Es ist nicht immer einfach. Aber Glück ist immer verfügbar“, sagte die 49-jährige Schottin. Sie habe es bei ihrer Tochter erlebt, die als kleines Mädchen unter einem Hautausschlag gelitten habe. Während ihr Zwillingsbruder immer fröhlich gewesen sei, habe sich die Tochter schwach und ein wenig traurig gefühlt. „Und dann hat sie sich entschieden. Mit acht Jahren hat sie ihre Traurigkeit abgeschüttelt.“

Auf ihre Frage, warum sie sich so verändert habe, habe ihre Tochter geantwortet: „‚Ich lasse mich einfach nicht mehr kriegen!‘ Das fand ich erstaunlich“, sagte die Oscar-Preisträgerin dem Magazin „Elle“. Auch sie selbst habe sich fürs Glücklichsein als Grundstimmung entschieden.

Ist ja klar dass so eine realitätsfremde Einstellung von einer Schauspielerin kommt. „Oh mein Kind war ja so traurig wegen einem Ausschlag und jetzt ist sie nicht mehr traurig, wow!“
Bin ich die einzige die da die Dekadenz über den Fassrand laufen sieht? Hautausschlag??? Sorry, aber auf der Welt verhungern die Menschen, sie werden mit AIDS geboren, sie leben vom Müll anderer. Und diese Frau erdreistet sich aufgrund eines Hautausschlages die Meinung „Jeder entscheidet sich zum Glücklichsein“ zu verlautbaren?
Wäre interessant gewesen herauszufinden, ob sich ihre Tochter auch zum Glücklichsein entschieden hätte wenn sie übergewichtig wäre und sich tagtäglich von MitschülerInnen hänseln lassen muss.

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7 Gedanken zu “Zum Glücklichsein entscheiden?

  1. Ich kenne ein solches Mädchen! ihres Leben war bestimmt nicht leicht, aber sie findet immer nur die schönsten Seiten des Lebens und fühlt sich glücklich, und so bekommt sie mehr als sie erwartet habe Bin schon überzeugt davon, dass diese Formel bestimmt wirkt.

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    • DU hast dich jedenfalls für den Zynismus entschieden. *sigh*

      Davon gehts den Hungernden und Bedrohten such nicht besser.

      Würdest DU es schaffen, dich im Zweifel für Freundlichkeit und bewusst ein bisschen Naivität zu entscheiden …
      wäre die Welt wieder eine Nuance heller.

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      • Es geht mir einfach weiter nach…
        erstens ist das Leid an einem ‚Hautauschlag‘ wie zB Neurodermitis
        (was ich hier stark vermute) nicht zu unterschätzen
        und zweitens berichten Berufene GERADE aus armen Ländern,
        dass deren Fähigkeit zum Glücklichsein trotz vieler äußerer Belastungen besser ausgeprägt ist als unseres.

        Ist DIR schon mal ein wirkliches UNHEIL zugestoßen, an dem du das Prinzip probieren konntest?
        Mir ja.

        Und ich habe ein tiefe Bewunderung für alle, die sich entschließen können, an ihrem Leid zu wachsen, bzw. sich davon nicht mehr bestimmen zu lassen!

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      • Mal andersherum:

        Würdest DU nicht gleich so übertrieben auf sie losgehen, sondern einfach schildern, dass manchmal auch Optimismus helfen kann, dann würden Andere vielleicht hinhören/dich ernst nehmen.
        Ansonsten klingt es mehr nach jemandem, der gefrustet war und diesen Frust irgendwo ablassen musste.

        Ich will hier niemanden verteidigen – sicher hast du in einigen Punkten recht (auch wenn die ganze Argumentationsstruktur schwach war), aber es wirkt so, als ob du alles über das Leben der Anderen wissen würdest. So stellst du dich scheinbar hin. – Klar, man meckert oft. Und man heult rum, suhlt sich manchmal im Selbstmitleid. Und ja, das ist nervig und natürlich ist es dann angebracht, das zu sagen, zu helfen und den Leuten in den Hintern zu treten, damit sie wieder hochkommen und weitermachen. – ABER das sollte man 1. in einem angemessenen Ton machen und sich 2. verdient haben.

        Sonst ist es nur ein kleiner Ego-Text. So wie das hier gerade von mir also. ;)

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  2. @ Digne
    Du regst dich darüber auf, dass sie einen Hautausschlag als Lapalie ansieht im Vergleich zu schlimmeren Dingen, maßt dich aber gleichzeitig an sie zu fragen, ob ihr wirkliches Unheil zugestoßen ist?
    Tja, dann hast du ihren blog entweder nicht gelesen oder du verstehst einfach nicht, was es heißt unter starkem Übergewicht, einem völlig kaputten Stoffwechsel und permanenter Anfeindung von Seiten der Gesellschaft zu leiden!! Und trotzallem gibt sie nicht auf, obwohl ihre Situation alles andere als rosig ist, also maße dich nicht an über sie zu richten!

    MfG

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  3. Hallo ihr Lieben
    @Mark: Sicher kann die Formel wirken, man kann in jedem Rückschlag das Potential sehen, daran zu wachsen. Aber was tun wenn das Gehirn das schlicht nicht zulässt? Sich dafür zu entscheiden ist erst möglich, wenn man alle Optionen ausführen kann. Aber ich sag’s frei heraus: Selbst wenn ich mich dafür entscheiden würde glücklich zu sein, würde ich mich in einem Masse dazu Zwingen müssen, dass Glücklichsein gar nicht implizieren kann.
    @Digne: „Unheil“ liegt natürlich immer im Auge des Betrachters. Es freut mich dass du dein „Unheil“ definieren kannst. Vielleicht fällt es dadurch leichter. Ich selber weiss nicht recht was eigentlich mein Unheil ist.
    @Patricia: Ich gebe dir recht, ich könnte mit Dignes Statements wahrscheinlich wirklich mehr anfangen wenn sie nicht so aggressiv sind und quasi per se auschliessen, dass mir Unheil widerfahren ist.
    @milaya: Danke für deine „Verteidigung“, obwohl es mir kaum recht ist dass jemand so für mich Stellung bezieht.

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  4. sorry, aber deine probleme werden sich durchs abnehmen nicht lösen. dich mag keiner, weil du ein negativer kotzbrocken bist, der obendrein alles besser weiß. bah.

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