Diskriminierung und Übergewicht korrelieren

Für Übergewichtige ist das Leben heutzutage alles andere als einfach, was aber nicht daran liegt, dass Übergewicht so ungesund ist. Viel mehr ist es die Gesellschaft mitsamt Politikern, Ärzten und Ernährungsfachleuten, die Übergewichtige zur Ächtung freigibt. In fast allen anderen Gebieten gibt es strenge Regeln und teilweise sogar Gesetze, die eine Diskriminierung verhindern sollen. Man darf heutzutage nicht einmal mehr „Eskimo“ sagen, ohne schief angesehen zu werden.

Aber Übergewichtige dürfen ungehindert diskriminiert werden. Einige Politiker und Pädagogen fordern sogar eine Ächtung Übergewichtiger, damit sie unter so starken sozialen Druck geraten, dass sie schlanker werden. Die Diskriminierung Übergewichtiger geht so weit, dass übergewichtige Menschen in vielen Bundesländern nicht mehr verbeamtet werden.

Durch sozialen Druck und Diskriminierung wird aber kaum ein Übergewichtiger schlanker. Das Gegenteil ist meistens der Fall.

Viele Naturschlanke verlieren bei sozialem Stress zwar ihren Appetit und werden immer dünner. Die meisten Übergewichtigen scheinen aber anders auf Stress zu reagieren. Das Stresshormon Cortisol bewirkt bei Dauerstress eine verstärkte Fettzunahme vor allem am Bauch.

Außerdem haben Übergewichtige bei Dauerstress häufig den unwiderstehlichen Drang, sich durch kalorienreiche Nahrung zu trösten.  Süße Nahrung bewirkt schließlich die Ausschüttung von tröstenden Endorphinen und fette Nahrung polstert auch die Psyche.

Die Ächtung von Übergewichtigen führt also eher dazu, dass Menschen mit einer Veranlagung zum Übergewicht immer dicker werden, statt dass Übergewicht erfolgreich bekämpft wird. Wenn Sie selbst Opfer von Mobbing und Diskriminierung wegen Ihres Übergewichtes werden, dann brauchen Sie sich dem nicht aussetzen, denn die Mobber tun Ihnen Unrecht.

Ein aktiver Kampf gegen das Mobbing ist jedoch nur für Kämpfernaturen empfehlenswert. Für andere kann es die beste Lösung sein, sich der Mobbing-Situation zu entziehen, beispielsweise durch Job-Kündigung.

In Selbsthilfe-Gruppen für die Akzeptanz übergewichtiger Menschen, die in Deutschland aber leider noch selten sind, kann man möglicherweise Hilfe finden, um sich gegen Mobbing zu schützen. Im Kampf gegen das Übergewichts-Mobbing kann es auch hilfreich sein, wenn man weiß, dass es ungerechtfertigt ist.

Wegen Übergewicht braucht man sich nicht schämen, es stellt auch keine Belastung für die Gesellschaft dar. Man ist kein schlechter Mensch, nur weil man übergewichtig ist. Man hat den Spott nicht verdient!

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Ein Gedanke zu “Diskriminierung und Übergewicht korrelieren

  1. Schöner, eingängiger Artikel!
    Nur zwei kleine Anmerkungen…

    1.) Nicht alle Menschen höheren Gewichts sind Frustesser. Oder überhaupt Viel-Esser. Das ist ein Mythos, der einer raschen Widerlegung bedarf! Nicht allein das Gewicht bestimmt, wie man tatsächlich isst. Es gibt genauso schlanke Vielfraße (Pardon!), wie es dicke Hungerleider gibt. Glauben viele nicht, ist aber wirklich so. Das Klischee vom Dicken, der am liebsten bei McDonalds überwintern würde, trifft nur auf einen kleinen Prozentsatz zu. Dabei ist häufig eine bestimmte Schicht im Fokus, die man auch aus gewissen Fernsehbeiträgen kennt. Nur so konnte dieses Bild überhaupt erst entstehen. Wenn dann in der Öffentlichkeit ein korpulenter Mensch mal in etwas anderes beißt als in ein Salatblatt, glaubt man auch sofort, dass es den Tatsachen entsprechen muss. Nur dass man dabei leicht vergisst, dass kein Mensch dauerhaft nur von Salat leben kann. ^^

    2.) Da gibt es diesen Nebensatz, der mich ein wenig stört. „…anstatt dass Übergewicht erfolgreich bekämpft wird.“ Ich dachte, es soll gegen die Diskriminierung gekämpft werden, doch nun endet es wieder nur in einem Kampf gegen den Körper? Schade, denn genau das sollte man doch endlich mal ad acta legen. Mal abgesehen davon, dass die Bezeichnung „dick“ sowieso jeden Tag eine andere Definition erhält, sollte man doch endlich einmal anerkennen, dass es nun einmal Menschen verschiedenen Gewichts gibt – so wie es auch unterschiedlich große Menschen gibt. Niemand würde zu einem hochgewachsenen Menschen sagen: Los, bekämpfe endlich mal deine Größe!“
    Okay, manche würde jetzt sagen, dass das ziemlich polemisch rüberkommt, denn immerhin bekämpft man ja Übergewicht, weil es ungesund ist. Schlau ausgedacht, aber dennoch nicht haltbar – sonst müssten ja alle Schlanken supergesund sein und die Krankenhäuser von Dicken nur so wimmeln. Dass das nicht den Tatsachen entspricht, davon kann sich jeder selbst überzeugen.
    Ein höheres Gewicht ist per se keine Krankheit. Und muss demzufolge auch nicht bekämpft werden wie Krebs, oder eine Grippe. Selbst die vielbeschworene „Risikosenkung“ halte ich für irrig. Die schlanke und doch ebenso kränkelnde Zielgruppe ist jedenfalls kein gelungener Anreiz. Abgesehen davon – und das ist meiner Meinung nach eben die Hauptsache – hat jeder Mensch normalerweise ein natürliches Soll-Gewicht. Das ist nicht nur abhängig vom Essen, sondern auch von der Genetik, dem allgemeinen Lebenswandel, Umweltfaktoren usw. Wozu nun an diesem Gewicht herumregulieren wollen, bis es „stimmt“? Wenn nicht gerade eine zu starke Gewichtsveränderung in zu kurzer Zeit erfolgt, und eine Krankheit ausgeschlossen werden kann, dürfte die Natur eigentlich wissen, was sie tut.
    Man kann jahrzehntelang gleich dick oder gleich dünn sein. Der Körper ist daran gewöhnt, und das bekommt ihm allemal besser, als ein ständiges Auf und Ab. Was sich bei Diäten z.B. als Jojo-Effekt äußert. Der Körper will sein Soll-Gewicht zurück – und vielleicht noch ein wenig Vorrat für den nächsten „Kampf“. Denn nichts anderes ist es, wenn man seinen Körper auf diese Weise zu „disziplinieren“ versucht. Wer würde denn heute noch Linkshänder auf rechts „umerziehen“? Oder Homosexualität „heilen“ wollen? Das Ganze ist doch heute schon nicht mehr zeitgemäß, und es wird der Tag kommen, an dem das auch der Letzte begriffen hat.

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