Kinder mit Selbstmordgedanken

Ähnlich wie Erwachsene leiden auch Kinder durch ihr Übergewicht oftmals an psychischen Krankheiten wie etwa Depressionen. Diese können mitunter durch Faktoren wie Schulstress, Frust oder auch durch Einsamkeit, welche durch das Übergewicht häufiger auftreten, entstehen. Oft werden diese Symptome durch mangelnde Anerkennung wie beispielsweise in der Schule noch verstärkt.
Übergewichtige Kinder entwickeln häufiger als ihre normalgewichtigen Altersgenossen Suizidgedanken. Durch ständige Kritik fühlen sie sich wertlos und ungeliebt, empfinden sich als überflüssig. Sehr oft arten diese Gedanken in weitere „Fressattacken“ aus, da sie durch die ständigen Hänseleien den Mut verlieren, etwas zu ändern und sich von ihren Schulkameraden abzugrenzen, um dem lästigen Bemerkungen und Beleidigungen zu entgehen. Doch zu diesem Zeitpunkt stecken die Kinder schon längst in einem Teufelskreis, dem sie ohne Hilfe von Eltern oder auch Lehrern nur schwer entkommen können.


Ein weiteres Problem stellt der Kleidungskauf bei übergewichtigen Kindern dar. Übergroße Kleidungsgrößen sind nur schwer zu bekommen und entsprechen oft nicht den Vorstellungen des Kindes. Die Kleidung liegt oft nicht im Trend der Zeit und da es gegenwärtig leider viele Kinder gibt, die Wert auf Äußeres durch Markenkleidung legt, kann es aus diesem Grund wiederum zu Hänseleien und Ablehnung anderer Kinder kommen. Kinderkleidung ist überwiegend auf schlanke, „zerbrechliche“ Kinder ausgerichtet.
Übergewichtigen Kindern fällt es oft besonders schwer, Freunde zu finden – aber nicht, weil sie nicht wollen, sondern aufgrund der ganzen Vorurteile, die gegen sie gehegt werden. Oft wird den Kleinen keine Chance gegeben, was sie noch zusätzlich entmutigt. Häufig möchten die anderen Kinder mit ihren übergewichtigen Zeitgenossen nicht gesehen werden, da sie befürchten, sonst ebenfalls ausgegrenzt zu werden.

Advertisements

Ein Gedanke zu “Kinder mit Selbstmordgedanken

  1. Ja, Vorurteile sind mit absoluter Sicherheit das Allerschlimmste. Bei Kindern würde ich ja noch nicht einmal erwarten, dass sie nicht „trennen“ können, aber bei Erwachsenen…

    Man muss nicht dick sein, um keine schöne Kleidung zu finden.
    Man muss nicht dick sein, um Außenseiter zu sein.
    Man muss nicht dick sein, um an Depressionen zu leiden.
    Man muss nicht dick sein, um aus Frust zu essen.
    Man muss nicht dick sein, um einsam zu sein.

    So könnte man zumindest anfangen, die einzelnen Schubladen wieder zu entwirren.

    Auch wenn es anstrengend ist, sollte jeder Mensch als Individuum betrachtet werden – das müssten Kinder vornehmlich lernen. Nicht das, was ihnen die Medien vorkauen, oder ihnen fehlinformierte Eltern nicht vermitteln können. Ebenso ein paar Wahrheiten über Markenzwang und Peer-Groups.

    Ich darf an dieser Stelle vielleicht mal für mich sprechen, denn ich kannte sämtliche dieser „Probleme“, auch ohne dick zu sein. Kinderkleidung gab es für mich auch nicht, weil ich mit 10 bereits die Körpergröße einer jungen Erwachsenen hatte, also etwa 36/38. Ich wirkte nicht kindlich, und die Kinderkleidung gefiel mir auch nicht. Was ich trug, gefiel aber wiederum den anderen Kindern nicht. War halt nicht „in“.
    Was mir allerdings völlig egal war, denn mit den allermeisten Kindern hatte ich sowieso nicht viel gemein. Ich war ihnen zu gut in der Schule, hatte zu komische Interessen, und war überhaupt viel zu anders für diese Welt. Deprimiert hat mich das eigentlich erst, als ich begriff, dass es auch nach vielen, vielen Jahren nicht besser wurde. Obwohl nun alle ungefähr meine Größe hatten, waren meine Vorlieben bezüglich Mode, Unterhaltung und Hobbys immer noch nicht konform. Ich war und blieb jemand, der nicht dazupasste.
    Bis ich schließlich lernte, dass ich das auch gar nicht muss. Und genau darin liegt das Geheimnis. Man kann in allem angepasst sein – Mainstream sozusagen. Das dehnt sich heute bis auf die Körperbeschaffenheit aus.
    Ich kann aber auch ich selbst sein. Authentisch und freidenkend, wenn man so will. Nachdem ich das begriffen hatte, erkannte ich die Zweitrangigkeit von Mode, Schönheit und anderen vergänglichen Werten. Ich besann mich auf meine Stärken und entwickelte eine ganz neue Art von Selbstwertgefühl. Eines, das andere nicht zerstören konnte, egal wie sehr sie es auch drauf anlegten. Ich merkte, wie unsicher all diese Menschen um mich herum eigentlich waren – und dass sie beinahe alles taten, um sich wenigstens ein kleines Stück Sicherheit zu bewahren.

    Das alles können auch schon Kinder lernen. Ich sehe das immer wieder bei meinen Neffen. Die tragen in der Schule mit ganz viel Stolz die selbstgestrickten Pullover von ihrer Mama – und dank dieser positiven Ausstrahlung ging irgendwann auch den letzten Mobbern die Puste aus. Immerhin wärmen die Pullis auch bei Kälte – das ist dann schon wieder ganz schön cool. ^_^
    Warum sollte es bei einem höheren Gewicht nun anders sein? Wie man zu sich selbst steht, ist schon mal die halbe Miete. Die restliche Unterstützung gebührt den Eltern, Geschwistern, (wahren) Freunden und allen anderen, die ein Kind nicht nur nach ihrem Äußeren beurteilen. So bekämpft man nicht nur Gewichtsdiskriminierung, sondern jede Art von Falschbehandlung. Was sich übrigens auch günstig auf Depressionen oder Frustessen auswirkt. Müsste alles nicht sein, wenn man mit seinen Mitmenschen ein wenig achtsamer umginge und Vorurteile ein für allemal aus dem Denkapparat verbannen würde.

    LG,
    Chiyo ^_^

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s