CVP Familieninitiative: Diskriminierung unter dem Deckmantel des Familienschutzes

Im Zusammenhang mit ihrer Familieninitiative versucht die CVP unter dem Deckmantel des Familenschutzes eine Fortpflanzungsinitiative zu etablieren: im Zuge der Initiative soll in der Bundesverfassung deutlich festgehalten werden, dass eine Ehe nur zwischen Mann und Frau möglich ist um sicherzustellen, dass homosexuellen Paaren nur und ausschliesslich die eingetragene Partnerschaft ermöglicht wird und somit die Adoption von Kindern und die künstliche Befruchtung „für alle Ewigkeit“ gestohlen bleibt:

Grundsätzlich:

  • Wer eine Ehe „vor Gott“ schliessen will, kann dafür in die Kirche gehen um dort mit seiner Unterschrift zu bestätigen, dass man – mit dem erklärten Ziel der Kinderzeugung – den heiligen Stand der Ehe eingeht.
  • Die standesamtliche Trauung ist aber eine rechtliche Formsache ohne sakramentalen Wert, die dem Paar das Recht auf Adoption und künstliche Befruchtung zugesteht.
  • Die eingetragene Partnerschaft (wahnwitzigerweise nur für homosexuelle Personen)existiert seit 2001 und ist ein Rechtskonstrukt, um Konkubinate ohne Treuepflicht hauptsächlich vermögensrechtlich der Ehe gleichzustellen indem es die erbrechtliche Absicherung, Gütertrennungsfragen, Alimentspflichten etc. regelt. Ausserdem wird der Zivilstand in „in eingetragener Partnerschaft“ geändert.
  • Heterosexuelle Konkubinats-PartnerInnen können nur auf den sogenannten Partnerschaftsvertrag zurückgreifen um das Erbrecht via Lebensversicherung zu beeinflussen und sich häbchläb rechtlich abzusichern, müssen aber eine Ehe eingehen wenn sie ihren Zivilstand ändern wollen. Voll logisch, oder?

CVP Familieninitiative = Fundamentalistisch…

Wie man sieht, ist unser Status Quo schon ziemlich Baustelle. Und jetzt wird der Staat auch noch dazu gegängelt, die christliche Definition der Partnerschaft noch konkreter zu vertreten; offenbar weil es den CVP-Kampfchristen noch nicht genügt, dass ihre Kirche sich bereits das Recht herausnimmt, mit ihrer Definition der Ehe gesellschaftliche Ausgrenzung auf Bürgerebene zu betreiben. Nein, wenn es nach der CVP geht muss man Homosexuelle – per Bundesverfassung – an der Familiengründung hindern.

Es steht so in ihren Parteistatuten, der Bibel: Ehe gibts nur für Mann mit Frau. Für die CVP geht Produktion klar vor Adoption! Warum beides nicht gleichzeitig geht, ist in Kapitel soundso der Bibel nachzulesen, wie gesagt.

Will die CVP möglicherweise die Adoptionsrechte nur einem sehr eingeschränkten Personenkreis zugänglich machen, damit möglichst viele Waisenkinder in evangelikalen Pflegefamilien indoktriniert werden können? Wo ist da die Stärkung der Familie, wenn zahlreichen Menschen das Recht auf eine Familie entzogen wird?

…und GrundFALSCH:

Wenn wir sie als Scheinlösung bezeichnen, ist das ein Kompliment für diese Initiative, denn keine der Massnahmen stärkt den Schutz der Familie vor den fundamentalen Bedrohungen:

Recht

Unser Recht ist familienfeindlich und ist dank der CVP im Begriff, sich darin zu festigen: das geltende Mehrehenverbot (also das eherechtliche Pendant zur Minarettinitiative) und das Verbot einer Ehe zwischen Verwandten (Genetische Diskriminierung in Reinform) oder in Stiefkindverhältnis lebenden Personen, entzieht bereits zahlreichen mündigen Menschen das Recht auf das Gründen einer Familie. Von den bereits thematisierten uneinheitlichen und rechtlich nicht gegenüberstellbaren Partnerschaftsverträgen mit ihren zahlreichen Restriktionen ganz zu Schweigen!

Wirtschaft

Die Wirtschaft, insbesondere die private, ist bis heute unfähig, auf die menschliche Reproduktion  angemessenem zu reagieren, was sich in der Ungleichbehandlung der Geschlechter in der Arbeitswelt niederschlägt.

Echter Familienschutz wäre:

Recht

Das Familienrecht muss entbürokratisiert und von seinen Diskriminierungsansätzen befreit werden, damit alle unter mündigen Personen beschlossenen Partnerschaftsverträge angemessenen rechtlichen und wirtschaftlichen Schutz erhalten und nicht nur jener, welcher aus fundamentalistischen Gründen gefördert werden soll. Am besten, das Wort Ehe wird aus dem Staatsjargon gestrichen, damit die CVP nicht ständig ihr Ehe-Sakrament mit einer standesamtlichen Trauung verwechselt. Die Zumutung, eine Behörde über die  sexuelle Orientierung in Kenntnis setzen zu müssen, sollte bereits aufgrund des Datenschutzrechts im Grunde gar nicht geduldet werden.

Wirtschaft

Wir müssen die Familien ganz einfach unabhängig machen indem wir ein bedingungsloses Grundeinkommen oder eine negative Einkommenssteuer einführen und damit wirklich Familienpolitik betreiben, die Gleichberechtigung erzeugt:

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